Gedanken zur Jahreslosung

Angenommen und angekommen

Die Fortsetzung des Verses zur Jahreslosung lautet: „Ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden.“ Dieses Wort ist also in erster Linie an das Volk Israel gerichtet. Der Trost, den Gott seinem Volk zusprach, hatte offensichtlich direkt etwas mit der Stadt Jerusalem zu tun. Nun bedeutete Jerusalem zu dieser Zeit weit mehr als nur der Besuch einer Stadt. Israel war nach Babylon verschleppt worden. Die Menschen wurden ihrer Heimat beraubt – ja noch schlimmer: Gott hatte sie wegen ihres ständigen Götzendienstes verstoßen. Wenn Gott nun sagte, dass er sein Volk in oder an Jerusalem trösten wolle, dann bedeutete das ja, dass er vorhatte, ihnen zu vergeben, sie in ihre Heimat zurückzuführen und sie wieder anzunehmen. Man könnte sagen, Jerusalem bedeutete: angenommen und angekommen.

Nun vergleicht sich Gott in dem Jahresvers mit einer Mutter, die ihr Kind tröstet. Dieser Trost galt allen, die Gott und sein Wort ernst nahmen oder dahin zurückkehrten. Er erinnert an eine typische Szene in einer Familie. Ein Kind wird von seinen Eltern bestraft und kurz darauf von denselben Eltern getröstet. Das macht deutlich, dass die Eltern ihr Kind nicht aus Hass, Ablehnung oder Genervtheit strafen, sondern aus Sorge. Die Grenzen, die sie ihrem Kind geben, sollen es ja nicht schikanieren, sondern bewahren. Das Motiv ist also immer Liebe.

Wie sehr Gott uns liebt, erkennen wir besonders an seinem Trost. Dieser Trost hat einen Namen: Jesus Christus. Sein Kommen, sein Sterben und seine Auferstehung verkünden eine gewaltige Botschaft: „Bei Jesus bist du angenommen und angekommen!“ Er tröstet, weil er uns nahe ist. Er tröstet, weil er Gebete erhört. Er tröstet, weil das Alte vergangen ist. In ihm wird alles neu. Er tröstet, weil er unsere Schuld vergibt und uns ein neues Leben schenkt. Er tröstet, weil er unseren Blick nach oben richtet und so unser Inneres von Angst und Beklemmung erlöst.

Möge diese Botschaft uns durch das ganze Jahr 2016 begleiten, ob wir nun aufgrund von äußeren Umständen oder wegen persönlicher Schuld Trost brauchen.

Ein gesegnetes Jahr 2016 wünscht

Pastor Hans-Peter Mumssen, CZA Elmshorn