Totalschaden

Die heutigen medizinischen Möglichkeiten sind schon enorm. Und ich staune, was auf diesem Gebiet alles machbar ist. Nicht nur, dass man Wunden näht, Brüche richtet, oder Organe „repariert“. Es werden auch Funktionsträger mit teils komplexen Aufgaben einfach ersetzt. Ist das Hüftgelenk kaputt, gibt es ein neues. Funktioniert das Knie nicht mehr, gibt es ein künstliches. Klappt die Herzklappe nicht mehr richtig, wird sie ausgetauscht. Was seine Aufgabe nicht mehr richtig verrichten kann, wird ausgetauscht. Und mancher Eingriff ist dabei tatsächlich lebenserhaltend.

Lebenserhaltend ist auch, was uns Gott durch die aktuelle Jahreslosung sagt: „Ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben “ (Hesekiel 36,26). Warum? Weil unser Herz nicht in Einklang mit dem von Gott schlägt. Weil wir uns von Gott entfernt und -fremdet haben. Darum will uns Gott ein neues Herz transplantieren. Nicht ungefragt. Denn nur wer die Diagnose annimmt und mit David betet: „Herr schenke mir ein reines Herz und einen neuen Geist“, der kommt auf den OP-Tisch. Der bekommt von Gott ein neues Herz, das von Schuld, Angst und Bitterkeit befreit ist. Ein Herz, das von Seiner überwältigenden Liebe erfüllt ist.

Und nicht nur unser Herz will Gott erneuern, sondern auch unseren Geist. Er will uns keiner Gehirnwäsche unterziehen. Vielmehr schenkt er uns eine Gesinnungsänderung. In Hesekiel 36 heißt es weiter: „Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun.“ (Vers 27).

Was wir nicht vermögen, schenkt uns Gott durch seinen Geist: Eine Sinnesänderung, durch die wir erkennen, ob wir mit Ihm auf einer Linie sind1. Er schenkt uns eine neue Gesinnung, durch die wir ein gelingendes Leben in echter Freiheit führen können. Frei von Schuld, Neid, Lieblosigkeit, Eifersucht, Zank…

Jesus sagt, dass wir diese OP brauchen. Ohne die Erneuerung unseres Geistes haben wir keinen Zugang zu diesem Leben2 und wir werden das eigentliche Ziel verfehlen: die Gemeinschaft mit Gott. Von uns aus können wir es nicht erreichen (wer kann sich schon selbst operieren?), aber Gott will es uns schenken. Das ist das lebensspendende Angebot. An uns ist es, dieses Angebot anzunehmen.

1 s. Römer 12,2
2 s. Johannes 3,1-7