Erwischt!

Woche 4 – Johannes 8,1-11
(Die Bibel, Neues Testament, Johannes-Evangelium, Kapitel 8, Verse 1 bis 11)

Wer kennt nicht dieses Gefühl aus seiner Kindheit, wenn man etwas ausgefressen hatte und dann erwischt wurde. Und als wenn es nicht schlimm genug wäre, dass man sich über sich selbst und seine Dummheit ärgerte, folgte die Standpauke und Strafe auf dem Fuß.

In unserer Geschichte wird auch jemand erwischt. Nicht bei einem dummen Jungenstreich, sondern beim Ehebruch. Und was damals galt, gilt auch heute noch: Du sollst die Ehe nicht brechen. Heute gehen wir damit sehr leichtfertig um und viele sehen es mehr als Kavaliersdelikt als ein Vergehen. Aber das bedeutet nicht, dass Ehebruch damit legitimiert ist. Es bleibt eine Schuld an dem Partner, an der Familie, an Gott, die ich auf mich bringe.

Die Frau sollte bestraft werden und man brachte sie zu Jesus, um von ihm zu hören, wie mit ihr zu verfahren sei. Alle warteten gespannt auf seine Antwort. Aber diese fiel anders aus als erwartet. „Wer von euch ohne Sünde ist, der soll den ersten Stein auf sie werfen.“. Das saß. Denn keiner konnte von sich behaupten, dass er nicht irgendetwas auf seinem Gewissen hatte. Und die Ankläger gingen einer nach dem anderen weg. Und die Frau? Sie hatte doch das Gesetz gebrochen. Aber Jesus sagte zu ihr: „Ich verurteile dich auch nicht; du darfst gehen. Sündige von jetzt an nicht mehr!“

Wie können wir das verstehen? Für unser Verhalten müssen wir geradestehen. Vor Gott und vor den Menschen. Aber wir dürfen erleben, dass es bei Gott eine Vergebung unserer Schuld gibt. Die Frau erlebte, wie ihre Schuld ans Licht kam. Die Wahrheit war, dass sie die Ehe gebrochen hatte. Und alle rechneten mit einer Strafe. Aber in dem Moment, als diese Wahrheit ausgesprochen wurde, konnte sie von ihrer Schuld frei werden.

In der Bibel heißt es, dass Jesus nicht gekommen ist, um zu verurteilen, sondern um zu retten. Wenn wir mit einem aufrichtigen Herzen zu ihm kommen und ihn um die Vergebung unserer Schuld bitten, so ist er treu und gerecht und spricht uns frei von jeder Anklage und wir dürfen jubeln: Mir ist vergeben!