Komm raus!

Woche 5 – Johannes 11:1-44
(Die Bibel, Neues Testament, Johannes-Evangelium, Kapitel 11, Verse 1 bis 44)

Was Jesus da in die Gruft hinein ruft, ist schon etwas merkwürdig. „Lazarus, komm heraus.“ Wie sollte dieser Mann heraus kommen, war er doch bereits seit vier Tagen tot und dort beigesetzt? Eine offensichtlich aussichtslose Angelegenheit. Und die Leute damals haben sich wohl gefragt: Warum tut er das? Was bringt das? Für den Moment haben sie den Kopf geschüttelt.

Und doch geschieht das Unvorstellbare. Lazarus, der bereits tot war, kommt aus der Gruft heraus. Was aussichtslos erscheint, nimmt eine unerwartete Wendung. Aus Tod wird Leben.

Jesus hat Lazarus aus seiner ausweglosen Situation herausgerufen. Lazarus, komm heraus aus deiner Starre. Komm heraus aus deiner Dunkelheit, komm zurück ins Leben. Doch das Entscheidende geschieht vorher. Jesus dankt Gott, seinem Vater, dafür, dass er seine Gebete erhört hat. Jesus war nicht wirklich untätig, wie man es aus den vorherigen Versen schließen könnte. Nein, er hat die Tage zuvor bereits für Lazarus gebetet. „Danke, dass du meine Gebete erhört hast …“ Mit dieser Gewissheit trat er vor die Gruft und rief Lazarus heraus und seine Gebete sollten ihre Antwort finden.

Und Lazarus? Er wusste mit Sicherheit nicht, wie ihm gerade geschah. In seine Tüchern und Binden noch verwickelt kam er blinzelnd er ans Tageslicht.

Was Jesus hier tat, ist ihm ein Herzensanliegen. Es heißt in der Bibel, dass das Leben ohne Gott uns verderben und töten will1. Es kann geschehen, dass wir uns in Lebenssituationen wiederfinden, die uns aussichtslos erscheinen. Die uns in diese dunkle Gruft des Lazarus werfen. Doch die Bibel sagt uns auch, dass Jesus gekommen ist, damit wir das Leben haben sollen. Er ist gekommen, um uns aus unserer Gruft, in der wir uns befinden, herauszurufen. Aus dem Leben ohne Gott hinein in die Gemeinschaft mit Gott. Aus Lebenssituationen, die uns gefangen halten, hinein in die Freiheit, die Jesus schenken will. Und wir dürfen blinzelnd das Unfassbare erleben.

1) Johannes 10,10